Breitbandausbau: Landkreis Göttingen erteilt Zuschlag an Telekom

Der Landkreis Göttingen hat der Deutschen Telekom AG den Zuschlag zum geförderten Breitbandausbau erteilt. Das Telekommunikationsunternehmen ist bei der europaweiten Ausschreibung als Sieger hervorgegangen. Geför­dert wird der Ausbau sogenannter Weißer Flecken mit einer leistungsfähi­gen Breitbandversorgung von 50 Mbit/s. Die Kreistage der Altkreise Göttin­gen und Osterode am Harz hatten im Juni 2016 beschlossen, die unterver­sorgten Gebiete im Wirtschaftlichkeitslückenmodell auszubauen.

"Mit dem Ausbau im Landkreis Göttingen schließen wir die Lücken in der Breitbandversorgung unserer Region. Gestern endete die Widerspruchsfrist bei der Vergabekammer, heute haben wir den Zuschlag erteilt. Jetzt wollen wir den Ausbau schnellstmöglich realisieren, diese Erwartung werde ich klar gegenüber unseren Partnern formulieren", so Landrat Bernhard Reuter am Donnerstag, 12.04.2018. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH (WRG) Detlev Barth ergänzt: "Der nächste Schritt ist die Erstellung einer Feinplanung durch die Telekom, die Basis für die end­gültigen Förderbescheide von Bund und Land sein wird. Die Telekom hat im Rahmen der Ausschreibung zugesichert, den Ausbau innerhalb von zwölf Monaten nach Vorlage des endgültigen Förderbescheides umzusetzen."

Wann der Ausbau abgeschlossen sein wird, könne man noch nicht sagen. Der Landkreis geht davon aus, dass in diesem Jahr mit Baumaßnahmen begonnen werden kann. Mit Vorlage der Feinplanung werde man dann die konkreten Ausbaugebiete kennen. Die Weißen Flecken im Landkreis Göttin­gen hätten sich durch Ausbaumaßnahmen verschiedener Telekommunikati­onsanbieter verändert. Anschlüsse oder Kabelverzweiger (KVz) in den Wei­ßen Flecken, die inzwischen ausgebaut worden seien, können nicht mehr gefördert werden.

"Damit verringert sich die Wirtschaftslücke weiter, der geförderte Ausbau wird dadurch für uns wahrscheinlich günstiger", erläutert Landrat Reuter. "Derzeit rechnen wir noch mit Ausbaukosten in Höhe von gut 4,4 Millionen Euro, der Eigenanteil des Landkreises beläuft sich dabei auf ca. zehn Pro­zent." Der Landkreis hatte für den Altkreis Göttingen Zuschüsse in Höhe von gut 2,7 Millionen Euro und für den Altkreis Osterode am Harz in Höhe von 1,7 Millionen Euro beantragt.

Veränderte Richtlinien der Bundesförderung hätten zwar zu Verzögerungen geführt, dennoch über­wögen die Vorteile, so der Landrat. "Weiße Flecken müssen jetzt in Wohngebieten zu 100 Prozent mit 50 Mbit/s versorgt werden. In Gewerbegebieten wird ein Glasfaserausbau bis zum Gebäude (FTTB) gefordert." Frühere Richtlinien hätten lediglich eine Versorgung von 85 Prozent der An­schlüsse mit 50 Mbit/s vorgesehen (95 Prozent der Anschlüsse mit 30 Mbit/s).

Dennoch sei dies nur ein Etappenziel: "Nach dem Ausbau ist vor dem Ausbau", so Reuter. "Unser Ziel ist eine flächendeckende Glasfaser-Infrastruktur, die auch zukünftigen Anforderungen gerecht wird. Wir bereiten uns schon jetzt auf die neuen Pläne der Bundesregierung vor, die eine reine Glasfaser­versorgung bis ins Gebäude vorsieht. Hier warten wir auf die entsprechenden Förderprogramme von Bund, Land und EU." Barth verdeutlicht: "Wir stehen als WRG in den Startlöchern und sind gut gerüs­tet für die nächste Förderrunde. Das Know-how, das wir jetzt aufgebaut haben, können wir in vollem Umfang nutzen."